Am Donnerstag den 7. April 2016 organisierte der LC Prättigau einen besonderen Clubabend in Davos mit einem Besuch der Firma Spiess AG.

 

Unser CLub, der LC Bludenz, erhielt als langjährig befreundeter Jumelageclub des LC Prättigau die Einladung zum Besuch dieser Clubveranstaltung.

 

Wir waren also eine Mannschaft von 6 Bludenzern und unser LF Rudi Lins führte uns ab 13:30 im firmeneigenen VW Kleinbus auf einer 90 Minuten dauernden Fahrt durch Liechtenstein und in den Kanton Prättigau nach Davos Frauenkirch zur dort liegenden Trockenanlage für das berühmte Bündnerfleisch, benannt nach dem Kanton Graubünden.

Unter der Führung unseres Vizepräsidenten LF Charly Worsch trafen wir dort auf unsere Freunde vom LC Prättigau, und insgesamt über 20 Lions Freunde erfuhren in den folgenden 2 Stunden alles über den Herstellungsprozess dieser Schweizer Fleischspezialität.

In einem 3 Stockwerke hohen, beinahe fensterlosen Gebäude werden die angelieferten Fleischteile aus Rinderteilen für Bündnerfleisch und Schweineteilen für Rohschinken innerhalb ca. 3 Wochen zum Endprodukt verarbeitet. Im Jahr sind das ungefähr 1500 t Produkte aus angelieferten 3000 t Fleisch.

Das Fleisch wird dazu in Portionen zerteilt und in Netze verpackt stückweise aufgehängt. Ein speziell geregeltes Klimasystem mit Temperaturen von 16 bis 22 °C und genauer Feuchtigkeitsregelung sorgt dafür, dass die gute Kantonsluft entsprechend konstant durch die Trocknungsräume strömt und der Trocknungsprozess inklusive zugehöriger Schimmelbildung geregelt abläuft.

Das Fleisch verliert in dieser Zeit anfangs rasch 25% und bis zum Trocknungsende weitere 25% an Volumen, bis es fertig ist.

In der Zwischenzeit wandern die Gebinde von Etage zu Etage und werden dabei nicht nur getrocknet, sondern einige Male auch so gepresst, dass die bekannte viereckige Form des Bündnerfleisches entsteht. Parallel dazu werden auch die Rohschinken ähnlich verarbeitet. Der während des Trocknungsprozesses anfallende Schimmel auf der Aussenhaut der Fleischgebinde wird dazwischen einige Male abgewaschen, aber er ist auch für den charakteristischen Geschmack des Endproduktes verantwortlich.

Die Verarbeitung auf neuestem Stand der Technik ist äußerst aufwändig, und wir als Besucher mussten uns vorbereitete Schutzkleidung anziehen, damit möglichst kein Schmutz von der Außenwelt in die Räume dringen konnte.

Das Rohmaterial wird nach genauen Festlegungen der Zollbehörde im Abkommen mit der EU geregelt, denn Schweizer Fleisch darf zollfrei nur in der Schweiz verkauft werden, und Fleisch zum Verkauf in der EU darf nur mit Ausgangsprodukten aus der EU hergestellt und geliefert werden.

Vor diesen Abkommen wurde mit Vorliebe Fleisch von Rinderherden aus Brasilien verwendet, weil es relativ gleichbleibende Qualität besitzt. Das ist heute nicht mehr so möglich, trotzdem besitzt das Endprodukt höchstmögliche Qualität 

Nach Ende der Führung durften wir uns im Gefolgschaftsraum des Gebäudes versammeln und erhielten eine Reihe von Kostproben der berühmten Produkte der Fa. Alfred Spiess AG serviert. Dazu durften wir herrlichen Rot- und Weißwein aus der Region genießen, welcher den Geschmack deutlich abrundete.

Es war bereits nach 18 Uhr, als wir gemeinsam mit unseren Führern das Haus verließen und rund 10 km in das Seitental Sertig einfuhren, bis zum Ziel, dem Restaurant Walserhuus.

Das wunderbar nach Zirbenholz duftende Lokal ist am beinahe kitzschig-schönen Talende gelegen, in der Ferne sind 2 der größten Eis-Wasserfälle zu sehen, aber wir durften es uns in der gemütlichen Stube bequem machen.

Wir erhielten in Folge ein herrliches, 3-gängiges Mahl aus einer Cremesuppe mit Bündnerfleisch Einlage, einem butterweichen Rumpsteak mit Kroketten und Gemüse, und einer köstlichen, geeisten Nachspeise.

Dazwischen bedankten wir uns beim Club für das gemütliche Beisammensein, Präsident LF Thomas Egli freute sich auch mit lobenden Worten über unseren Besuch, und PDG Piet Bösch würdigte die Installation der Jumelage mit Bludenz. Piet ist ein großer Liebhaber Österreichs, er verbrachte viele Besuche auch in Wien. LF Klaus Went war glücklich, dass er einen Wimpel mit Lions Grüßen vom LC Wien Gloriette überbringen konnte, denn er wurde erst vor 10 Monaten von Wien zum LC Bludenz überstellt, wo er in der neuen Umgebung in den Ruhestand ging.

Zum Ende der Veranstaltung erhielten alle Teilnehmer noch einen Gruß der Fa. Spiess, jder durfte ein kleines Sortiment aus den Produkten der FIrma mitnehmen, damit die zuhause Gebliebenen Angehörigen einen kulinarischen Eindruck dieses Ausflugs nach Davos genießen durften.

Im Namen des LC Bludenz ein Hoch und vielen Dank dem Jumelageclub, LC Prättigau!

 

 

 

 

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